Dürfen Pressesprecher twittern?

Dürfen Regierungssprecher oder Pressesprecher von Politikern twittern? Kann man sich auf diese Informationen verlassen obwohl sie nur 140 Zeichen pro Nachricht betragen? Ist twittern fair gegenüber Journalisten, die den Microblogging-Dienst nicht nutzen? Diesen und ähnlichen Fragen gingen Journalisten gestern bei einer Pressekonferenz mit dem dt. stv. Regierungssprecher Christoph Steegmanns.
Der Aufreger, der zur „Befragung“ führte war die Nutzung von Twitter durch den Regierungssprecher Steffen Seibert als offiziellen Kommunikationskanal (@RegSprecher) und die (im Vergleich zur Presseaussendung) frühzeitige Bekanntgabe des USA-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Twitter.

In diesem „Frage-Antwort-Eiertanz“ lassen sich einige Argumente finden, warum der Twitter-Nutzung im politischen Bereich nichts im Wege steht. Außerdem wird die Angst eines Berufsstandes sichtbar, der sich scheinbar nicht entwickeln möchte. Viel Spaß beim Zusehen!

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Polit-Videos: Grasser, Stenzel und der kleine Diktator erinnern sich

Aufgrund der Arbeit an einigen anderen Projekten – unter anderem auch ultimatemoms.at – war es in letzter Zeit etwas still um polit.x. Deshalb folgt jetzt einige bemerkenswerte Polit-Videos, die mir im letzten halben Jahr aufgefallen sind.
Entscheidet selbst, ob sie es wert sind…

Ursula Stenzel – Ursula Stressned

Der Vergleich: Barbra Streisand vs. Ursula Stenzel

Karl Heinz Grasser – Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.

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Politik 2.0 – Denn sie bemühen sich (Rezension)

Rechtzeitig zur Wienwahl erschien “Politik 2.0”, ein Buch von Andrea Heigl und Philipp Hacker über “Demokratie im Netz”. Meine Erwartungen waren relativ hoch. Zu einem wurden diese durch den schlichten und gleichzeitig hochtrabenden Titel geweckt. Zum anderen wusste ich, dass darin auch eine Analyse der politischen Online-Kommunikation in Österreich zu finden sein sollte.

Mein Fazit in aller Kürze: Das Buch liest sich angenehm, weil es gut geschrieben ist und lässt sich aufgrund der eher überschaubaren Länge von 162 Seiten (inklusive 20-seitigem Glossar) recht schnell zu Ende lesen. Es orientiert sich eher an Politik 2.0-Einsteigern und bietet diesen einen relativ guten, obwohl teilweise sehr groben, Überblick über die politischen Tätigkeiten, die in Amerika, Deutschland und Österreich bisher im Netz gesetzt wurden.
Aussagen, die im Buch getroffen werden, sind sehr allgemein und unkritisch gehalten und gehen nur sehr wenig in die Tiefe. Thematisch versierten Lesern fallen deshalb so manche Ungenauigkeiten und (inhaltliche) Fehler auf. So wird zB behauptet, dass das SPÖ-Netzwerk “redbook” (ehemals “campa”) in Anlehnung an den Obama-Wahlkampf entwickelt wurde, obwohl campa.at bereits 2006 seinen Usern zur Verfügung stand.
Bis auf das Cover finde ich die Buchgestaltung weniger ansprechend. So stößt man immer wieder auf s/w-Bilder (!), die sich fast ausnahmslos aus lieblos entnommenen Screenshots zusammenstellen, und die Online-Auftritte der Parteien illustrieren sollen.

Buch: "Politik2.0 - Demokratie im Netz"

Wo bleibt die Demokratie?

Dass sich das erste Drittel des Buches mit dem Obama-Wahlkampf beschäftigt fand ich eher überraschend. So sehr dieser Wahlkampf beispielgebend für alle nachfolgenden Kampagnen ist, hätte ich nicht erwartet, in einem solchen Umfang davon zu lesen. Egal, zumindest war es eine nette Wiederholung.

In einem relativ kurzen Kapitel geht es um Deutschland auf Obamas Spuren. Ein, aufgrund der geschichtlichen und “politischen” Nähe, durchaus sinnvoller Abstecher, welcher aber auf das Thema Demokratie nicht eingeht. Die Autoren widmen sich größtenteils der Beschreibung von Online-Wahlkämpfen in Deutschland und zitieren dann (wahrscheinlich) folgerichtig Manfred Güllner vom Forsa-Institut im Bezug auf deren Kommunikation: “Die Parteien haben ihre verstaubten Kommunikationskonzepte auf dem Papier einfach digitalisiert.”

Die Analyse von Online-Auftritten beschäftigt die Autoren im Österreich-Kapitel weiter. Endlich, dachte ich mir, kommen wir zum wirklich spannenden Teil des Buches. Aus der großen Erwartung wurde ein etwas enttäuschendes “Naja”. Die eher grobe Beschreibung bzw. Analyse der Parteiaktivitäten im Netz wurde auch im dritten Kapitel nahtlos fortgesetzt, ohne dabei deren Beweggründe und die daraus folgenden Aktionen ernsthaft zu hinterfragen. So bleiben wir auch hier eher an der Oberfläche der politischen Kommunikation – von der Demokratie (Entwicklung) gar nicht zu sprechen. Denn – das ist die letzte Überraschung, die das Buch für mich bereit hält – es beschäftigt sich eigentlich relativ wenig mit Demokratie selbst. Eigentlich geht es vordergründig um die Parteien und das, was sie tun, um für sich zu werben und weniger um die wirkliche Auseinandersetzung mit den Wählern. Es geht zu wenig in die Tiefe und verpasst damit die Chance, den Politik 2.0-Einsteigern, an die es sich scheinbar wendet, zu erklären, worum es in der Demokratie im Netz wirklich geht.

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Politik 2.0: twitter-Leichen pflastern ihren Weg

Von Politikern sagt man oft, dass sie über Leichen gehen. Dass sie im Netz immer wieder selbst zu Leichen werden beweisen sie uns regelmäßig. Oft genug wird einfach nur in Kampagnen gedacht. Wenn eine politische Schwerpunktaktion vorbei ist, widmet man sich lieber der „echten“ politischen Arbeit, anstatt mit den eigenen Wählern zu kommunizieren.

Inspiriert durch den Beitrag von Matthias Lüfkens, der am vergangenen World Blogging Forum 2010 die internationale Politik (oder besser gesagt die G20) und ihre offiziellen Accounts dargestellt hat, entschloss ich mich eine kleine Überprüfung meiner Politik-Twitter-Liste durchzuführen. Beachtet habe ich alle als aktiv und ruhend eingestuften Polit-Twitterer und sie auch weiterhin als aktiv gekennzeichnet, wenn sie mindestens eine Nachricht im November abgesetzt haben.

11 Accounts haben in den letzten zwei Monaten (und mehr) keine einzige Nachricht abgesetzt. Ein paar der aktiven Accounts haben sich zwar durch längerfristige magelnde aktivität ausgezeichnet, sich jedoch mit erst kürzlich abgegebenen Tweets im Monat November zu den „Aktiven“ hinüber gerettet. Ebenfalls bei den „aktiven“ ist ab sofort ehemals ruhende Kanal der Grünen aus Vorarlberg. Dieser wurde Ende September aktiviert – mal sehen, wie lang er sich halten wird.
Wenige Accounts werden zwar regelmäßig gepflegt, haben aber im Monat November noch keine Nachrichten abgesetzt. Dazu gehören @pekobaxant , @ElisabethHakel, @leoszem, @raphstar, @grazergruene, @gruene_krems und @absolutrudi.

Weil es für zukünftige Betrachtungen spannend sein könnte, habe ich die jeweils letzten Tweets der inaktiven Accounts per Screenshot als digitalen Pflastersteinweg für die digitale Ewigkeit festgehalten und sie unterhalb aufgelistet. Wie man sehen kann, befällt die Inaktivität keine spezifische Politikerschicht, sondern erstreckt sich über alle Bundesländer und Tätigkeitsbereiche. Meine Annahme, dass aufgrund der geschlagenen Wien-Wahl verstärkt Wiener Politiker von plötzlich auftretenden Inaktivitäts-Erscheinungen betroffen sein werden, hat sich nicht bestätigt. Das stärkt wiederum die Überlegung (und Erfahrung), dass nur diejenigen längerfristig die Kommunikation auf twitter meistern, die das Medium auch in ihre übliche Kommunikation aufnehmen. Ob diese Art der Kommunikation für sie richtig ist und gut geführt wird, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Screenshot @RobertHergovich auf twitter, Stand 16.11.2010Screenshot @rudi_anschober auf twitter, Stand 16.11.2010 Weiterlesen

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Polit-Videos: The rent is too damn high

Vielen Dank an @MartinThuer für den folgenden Hinweis auf die „The rent is too damn high“-Party.

Screenshot_twitter_@martinthuer_21102010

Screenshot_twitter_@martinthuer_21102010

Jimmy McMIllan sagt, wofür er steht…

… und warum er recht hat.

Immerhin hat er dafür einen Nachahmer gefunden…

…und ein paar Songs abgestaubt. Hier ist einer davon:

Wer sich näher mit den Forderungen von Jimmy McMillan auseinander setzen möchte, dem empfehle ich einen Besuch von  http://rentistoodamnhigh.org.

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#unibrennt – wie geht es weiter?

Geahnt hab ich es, aber glauben wollte ich es nicht so recht: im Zuge der heutigen Demonstrationen wurde das Audimax der Hauptuni Wien wieder besetzt.
Während ich diese Zeilen schreibe, wird noch darüber debattiert, ob und wie es mit der Bewegung weiter gehen soll. Wann es zu einem Ergebnis kommen soll ist aus meiner Sicht vor dem Live-Stream nicht abzuschätzen. Im mindesten Fall scheint das ganze eine gute Party zu werden.

Power to the people
Wie auch immer. Die Studenten fordern das, was ihnen zusteht. Bessere Ausbildungsmöglichkeiten und jemanden, der sie auch ernst nimmt. Dass sie das ausschließlich mit den bisher angewandten Methoden erreichen werden, halte ich für eher unwahrscheinlich. Denn so sehr ihre Forderungen berechtigt sind – so sehr die Politik in Österreich für sie da sein sollte – genauso sehr gibt es in diesem Spiel zu viele Unbekannte, die einfach nicht zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen können: Wie effektiv kann die Bewegung neu organisiert werden? Wie wird die Politik reagieren? Schaffen es die Parteien, das Problem wieder auszusitzen? Kann sich die Bewegung weiterentwickeln oder wird sie von Selbstdarstellern gehemmt?

Screenshot_Ustream von Uni Brennt_19.10.2010

Screenshot_Ustream von #unibrennt_19.10.2010

Halten wir fest
– Die Proteste vor einem Jahr haben unglaubliche Wellen geschlagen, führten aber zu keinem handfesten Ergebnis. Es gab keine effektive Verbesserung der Situation auf den Unis.
– Die neue Wissenschaftsministerin genießt nicht wirklich bessere Werte als ihr Vorgänger, und scheint genauso wenig daran interessiert an der aktuellen Lage auf den Unis fundamental etwas zu ändern.
– Im Unterschied zu vor einem Jahr sind jetzt die Rektoren und Lehrende von Anfang an auf der Seite der Studenten – weil sie sich dadurch eine Verbesserung der eigenen Umstände erhoffen.
– Die Medien reagierten sehr wohlwollend auf die Proteste vor einem Jahr. Dieses Mal könnte deren Berichterstattung zu einem großen Teil anders ausfallen.
– Es wird schwer den #unibrennt-Geist wieder zu erwecken und mit derselben Power aufzutreten. Von der organisatorischen Seite wäre die #unibrennt-Bewegung aufgrund der Erfahrungswerte dieses Mal auf jeden Fall besser aufgestellt.
– Sie hat aber immer noch mit dem alten Problem zu kämpfen: Sie will sich nicht an bestehende Kommunikationsstrukturen anpassen um Veränderungen zu erreichen, schafft aber auch keinen Total-Umsturz des Systems um dieses von Grund auf zu verändern.

Mittlerweile ist Mitternacht und im Audimax ist es längst nicht still. Alle Bänke sind gefüllt und vor dem Live-Stream sitzen immer noch mehr als 1.000 Menschen. Das Interesse an dem Thema ist also eindeutig da. Was noch passieren wird, kann aber noch niemand abschätzen. Eine der spannendsten Fragen wird aber sein, ob sich die bahnbrechende Idee von #unibrennt weiter entwickeln und echte Veränderungen herbei führen kann.

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HC-Rap verstößt gegen Urheberrecht

Nachdem ich neulich über den eher minderwertigen HC-Rap gebloggt habe, ist mir heute aufgefallen, dass das Video nicht mehr verfügbar ist.
Scheinbar verstößt der Inhalt des Videos gegen Urheberrechtsansprüche von „Scott Music“ und wurde deshalb entfernt.

HCRap - nicht mehr verfügbar wegen Urheberrechtsverletzung

Scheinbar hat sich die FPÖ die Rechte für die Verwendung von Carmina Burana nicht gesichert. Dafür spricht auch der folgende Hinweis auf der FPÖ-Seite http://www.fpoe.at/fileadmin/Content/portal/V-Audio/HCRAP2010/SingleohneCarmina.mp3

HCRap ohne Carmina Burana

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