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politx.at – Es ist vorbei

Im Kommunikationsbereich gibt es kaum spannendere Jobs als die in der Politik. Nirgends ist man mehr Getriebener und Treiber gleichzeitig. Nirgends gibt es mehr Stakeholder, die ausschließlich sich selbst für wichtig halten. Nirgends gibt es mehr Zielgruppen, die von deiner Arbeit betroffen sind. Nirgends explodieren mehr kommunikationstechnische Bomben und Nebelgranaten zu den unmöglichsten Zeiten. Und nirgends gibt es mehr Idealisten geballt auf einem Fleck, die bereit sind, bis zuletzt für ihre Sache zu kämpfen und zu laufen.

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Die Wahrheit ist aber auch die, dass nirgends mehr Hohlköpfe unterwegs sind als in der Politik, und dass sich diese “Kaste” ganz weit von den Menschen entfernt hat, die sie vermeintlich vertritt. Dass sich diese Aussage nicht an irgendwelchen politischen Farben festmachen lässt, versteht sich von selbst. Dass sich diese Dinge ändern können, ebenso.

Mein Blog polix.at habe ich 2009 vor dem Hintergrund meiner damaligen Tätigkeit als Web2.0-Koordinator und Kampagnenleiter in der Bundes-SPÖ als Privatprojekt gestartet. Dabei sah ich mich nicht als Kommentator von aktuellen politischen Ereignissen – was nicht bedeutet, dass ich keine Meinung dazu habe -, sondern viel mehr als einen fachlich versierten Beobachter, für den primär die Kommunikationsabläufe im Vordergrund stehen.

Mit politx.at wollte ich zeigen, was sich im Bereich der politischen Online-Kommunikation tut. Ich wollte besonders positive und besonders negative Beispiele dokumentieren; wollte skizzieren, in welche Richtung sich die politische Kommunikation entwickeln könnte. Auf diesem Weg wollte ich Wissen verbreiten und zu einer besseren politischen Kommunikation beitragen.

Nach einigen turbulenten Monaten und Jahren habe ich diesen Blog stillgelegt. So sehr ich mich noch immer als aufmerksamen Beobachter der politischen Kommunikation verstehe, macht es im oberflächlichen politischen Geplärre für mich doch keinen besonderen Sinn mehr, über dieses Thema zu schreiben.

Zu klein scheint der Mehrwert von substanzieller politischer Arbeit und professioneller und praktischer Kommunikation zu sein, wenn das primäre Ziel nur oberflächliche Stellungsspielchen sind – und nicht längst fällige Antworten und Lösungen für gesellschaftliche Fragen.

Deshalb ist das hier der längst fällige letzte Beitrag in diesem Blog.

Würde ich es wieder machen? Definitiv.
Würde ich es anders machen? Wahrscheinlich nicht.

Wer mich kontaktieren will, findet hier alle Koordinaten.

Ich arbeite als Online Marketing Manager, Kommunikationsberater und Fotograf. Ich twittere (mittlerweile ganz selten) als @zlouma, blogge mehr oder weniger regelmäßig unter ultimatemoms.at und unter neonhippo.net.
Print-Junkies werden mit meinem Beitrag im Buch „Der Digitale Wohlfahrtsstaat“ (gemeinsam mit Daniela Feuersinger und Roland Vidmar) oder den Beiträgen “Online-Kampagnen im Reality-Check” und “Scan the Social Media” aus dem Buch “Soziale Bewegungen und Social Media” glücklich.

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Keynote von Jeff Jarvis bei den Medientagen

Er war zwar nicht örtlich anwesend, aber immerhin live dabei – Interent machts ja möglich. Jeff Jarvis hat bei den Medientagen über Live-Schaltung seine Keynote gehalten. Und da ich dann doch mittendrinn saß und mein neues iPhone4 ausprobieren wollte, hab ich es mal hingehalten und mitgefilmt was er so sagt…

Macht euch euer eigenes Bild…

Part 1

Part 2.1

Part 2.2

Part 3 – Publikumsfragen (von der Moderatorin zu früh beendet)

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