#unibrennt – wie geht es weiter?

Geahnt hab ich es, aber glauben wollte ich es nicht so recht: im Zuge der heutigen Demonstrationen wurde das Audimax der Hauptuni Wien wieder besetzt.
Während ich diese Zeilen schreibe, wird noch darüber debattiert, ob und wie es mit der Bewegung weiter gehen soll. Wann es zu einem Ergebnis kommen soll ist aus meiner Sicht vor dem Live-Stream nicht abzuschätzen. Im mindesten Fall scheint das ganze eine gute Party zu werden.

Power to the people
Wie auch immer. Die Studenten fordern das, was ihnen zusteht. Bessere Ausbildungsmöglichkeiten und jemanden, der sie auch ernst nimmt. Dass sie das ausschließlich mit den bisher angewandten Methoden erreichen werden, halte ich für eher unwahrscheinlich. Denn so sehr ihre Forderungen berechtigt sind – so sehr die Politik in Österreich für sie da sein sollte – genauso sehr gibt es in diesem Spiel zu viele Unbekannte, die einfach nicht zu einem zufrieden stellenden Ergebnis führen können: Wie effektiv kann die Bewegung neu organisiert werden? Wie wird die Politik reagieren? Schaffen es die Parteien, das Problem wieder auszusitzen? Kann sich die Bewegung weiterentwickeln oder wird sie von Selbstdarstellern gehemmt?

Screenshot_Ustream von Uni Brennt_19.10.2010

Screenshot_Ustream von #unibrennt_19.10.2010

Halten wir fest
– Die Proteste vor einem Jahr haben unglaubliche Wellen geschlagen, führten aber zu keinem handfesten Ergebnis. Es gab keine effektive Verbesserung der Situation auf den Unis.
– Die neue Wissenschaftsministerin genießt nicht wirklich bessere Werte als ihr Vorgänger, und scheint genauso wenig daran interessiert an der aktuellen Lage auf den Unis fundamental etwas zu ändern.
– Im Unterschied zu vor einem Jahr sind jetzt die Rektoren und Lehrende von Anfang an auf der Seite der Studenten – weil sie sich dadurch eine Verbesserung der eigenen Umstände erhoffen.
– Die Medien reagierten sehr wohlwollend auf die Proteste vor einem Jahr. Dieses Mal könnte deren Berichterstattung zu einem großen Teil anders ausfallen.
– Es wird schwer den #unibrennt-Geist wieder zu erwecken und mit derselben Power aufzutreten. Von der organisatorischen Seite wäre die #unibrennt-Bewegung aufgrund der Erfahrungswerte dieses Mal auf jeden Fall besser aufgestellt.
– Sie hat aber immer noch mit dem alten Problem zu kämpfen: Sie will sich nicht an bestehende Kommunikationsstrukturen anpassen um Veränderungen zu erreichen, schafft aber auch keinen Total-Umsturz des Systems um dieses von Grund auf zu verändern.

Mittlerweile ist Mitternacht und im Audimax ist es längst nicht still. Alle Bänke sind gefüllt und vor dem Live-Stream sitzen immer noch mehr als 1.000 Menschen. Das Interesse an dem Thema ist also eindeutig da. Was noch passieren wird, kann aber noch niemand abschätzen. Eine der spannendsten Fragen wird aber sein, ob sich die bahnbrechende Idee von #unibrennt weiter entwickeln und echte Veränderungen herbei führen kann.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter #unsereuni, Politik2.0, Zukunft

Eine Antwort zu “#unibrennt – wie geht es weiter?

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