Ich lass mich gehen

Marko erstrahle ;-) Es ist so weit. Ich lass mich gehen.
Nach rund eineinhalb Jahren in der Bundes-SPÖ und politischer Kommunikation im web2.0-Bereich wechsle ich wieder in die Privatwirtschaft zurück und freue mich ab August das Team der echonet als Social Media Berater unterstützen zu dürfen.

Einer der Key Learnings, und von denen gibt es viele, ist sicherlich, dass der politische Bereich einer ist, der von der Dynamik und den Anforderungen her mit wenigen anderen zu vergleichen ist. Während zB Markenartikelhersteller um die (Medien-)Öffentlichkeit stärker kämpfen müssen, ist diese in der Politik ständig gegeben. Und genauso verhält es sich mit den Menschen, die den Kontakt und den Austausch aktiv suchen und sich nicht damit abgeben, einfach nur Wähler zu sein. Dass das Internet darin eine entscheidende Rolle spielt, brauche ich voraussichtlich niemanden zu erklären. Dass die Menschen und die Parteien aber noch einige Zeit brauchen werden sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen scheint sich aber öfter nur in Grundzügen durchgesprochen zu haben und resultiert nur allzu oft in allgemeiner Entrüstung und Unverständnis.

Nirgends werden die Menschen so rabiat wenn es darum geht, andere zu beschimpfen oder im mindesten Fall schlechter zu machen. Und nirgends anders halten sie genau das für Demokratie und Partizipation. Und nirgends sonst ist der Mitbewerber so engagiert dabei sich als „kleiner Mann von der Straße“ als Saboteur zu beteiligen.

EU-BotschafterInnen auf dem Weg zu Österreich 2020

Der EU-Wahlkampf war das erste Projekt für das ich in der SPÖ engagiert wurde. Meine Aufgabe war dessen Leitung im Online-Bereich. In Zusammenarbeit mit Knallgrau haben wir innerhalb kürzester Zeit ein herausragendes Online-Konzept (120 BotschafterInnen) mit weitrechenden Folgen umgesetzt. Dieser Wahlkampf, obwohl nicht ganz zu unseren Gunsten ausgegangen, war der Kick-Off für eine verstärkte Professionalisierung der SPÖ in der Web2.0-Kommunikation, an deren Beginn die Schulung von Mitarbeitern, Funktionären und Mandataren stand und immer noch steht. Erst nach dieser Grundlagenarbeit kann die Kommunikationsart einer so großen und weitreichenden Organisation, wie der SPÖ, Schritt für Schritt erneuert werden.

Neben vielen anderen Schwerpunkten hat mich im vergangenen dreiviertel Jahr vor allem das Projekt „Österreich 2020“ stark beschäftigt. Die Herausforderung dabei: wie können Beteiligungsprozesse und -möglichkeiten sinnvoll für die jeweilige Zielgruppe angelegt werden, ohne dabei auf die Präsentation der eigenen Inhalte zu vergessen oder die vorhandenen Ressourcen zu sprengen. Das fängt irgendwo bei der allerersten Überlegung über die Projektdefinition an und endet bei der Form und Funktionsweise des „Gefällt-mir“-Buttons. „Österreich 2020“ ist eine Initiative, die im Online-Bereich in der österreichischen Parteienlandschaft ihresgleichen sucht. Wie so oft wird sich aber erst mit der Zeit und den notwendigen Weiterentwicklungen die wirkliche Größe des Projekts zeigen.

Be of use*
Oft habe ich gesehen, wie Facebook-Seiten für die ultimative Lösung aller Kommunikationsanliegen und twitter-Accounts für Götter der modernen Kommunikation gehalten und verkauft werden. Oft genug steht am Anfang einer Kampagne das Tool und nicht die Strategie. Nur selten überdauert der Gedanke an die eigene Zielgruppe das Anfangsbrainstorming und noch seltener die Kampagne selbst.
„Be of use“ muss unser Kredo lauten, wenn wir etwas bewegen wollen. Und unsere Grenzen dürfen dabei nicht die Bildschirme unserer Follower und User sein, sondern müssen mit deren Offline-Welt verschmelzen.

*In diesem Sinne wird es politx.at auch in Zukunft geben 😉

Advertisements

3 Kommentare

Eingeordnet unter Österreich 2020, Facebook, Politik2.0, Social Media, Social Networks, SPÖ, Twitter, Zukunft

3 Antworten zu “Ich lass mich gehen

  1. Schade! Du wirst mir als interessanter Diskussionspartner und würdiger Gegner abgehen 😉 Ganz im Ernst: Bei aller unterschiedlicher politischer Einstellung hast Du doch gezeigt, dass Du im Web 2.0 lebst und zu den Wenigen gehörst, die das neue Medium (großteils) verstanden haben. Viel Erfolg in Deinem weiteren beruflichen Leben – auch wenn es Dich nicht weit weg führt 😉

  2. Man kann sagen, dass DU mich ins Web 2.0 gebracht hast. Vielen Dank dafür! Ich werde dein Andenken hoch halten und weiter aktiv bleiben, ab Hebst auch wieder stärker in der Offline-Welt.

  3. clöd

    Ja, Marko…so endet einmal jeder erfolgreiche Triumphfeldzug. Mit dir an der Spitze ist die SPÖ im IKT-Zeitalter angekommen. Und jetzt heißt es von seiner Besatzung Abschied zu nehmen, um die Weiten der modernen Kommunikationtechnologie durchforsten zu können – stets auf der Suche nach einem neuen Abenteuer…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s