Monatsarchiv: Mai 2010

Fast Demokratie

In letzter Zeit war ich im Rahmen von Österreich 2020 stark eingesetzt und habe mein Blog etwas vernachlässigt. Inspiriert von der heutigen GPA-djp WEB2.0-Veranstaltung komme ich aber doch dazu über ein Thema zu schreiben mit dem ich mich in den letzten Monaten unter anderem verstärkt beschäftigt habe. Es geht um die Beziehung zwischen Demokratie und Internet.

Oft hört man, dass die „Demokratie wie sie sein sollte“ durch die fortschreitende Entwicklung des Internets erst ermöglicht wird, weil alle Menschen mitreden können – unabhängig davon, wo sie sich gerade befinden, welchen schulischen Abschluss sie haben oder welcher Partei sie angehören. Diskussionsprozesse und politischen Entscheidungen werden dadurch auf ein breitere Basis gestellt und erhalten eine höhere Legitimation.

In der Realität bestätigt sich diese Theorie jedoch nur selten. Denn das Internet, mit all seinen Beteiligungsmöglichkeiten, trägt dazu bei, die bestehenden Strukturen und Meinungen zu verfestigen. Davon abgesehen, dass ein Großteil politischer Kommunikation mit Gleichgesinnten erfolgt und somit nicht zwingend zur gewünschten Breitenwirkung führt, wird online wie auch offline extremen Standpunkten besonders viel Gehör geschenkt. Dies wiederum führt dazu, dass benachteiligte Personengruppen schwerer zu Wort kommen. (In diesem Zusammenhang empfehle ich die Lektüre von „Technik für ein träges Volk“ aus der Zeit.)

Das Ideal eines rationalen Diskurses und Wettbewerbs der besten Ideen verfällt allzu oft ins wiederholen von Allgemeinplätzen und Wortgefechten zwischen Einzelpersonen, während sich die Mehrheit der potentiell Diskussionswilligen nicht am Austausch beteiligt.

Für jene, die sich die Gestaltung der (demokratisierenden) Kommunikationsprozesse zur Aufgabe gemacht haben stellen sich also die folgenden Fragen: wie können diese Kommunikationswege gestaltet werden um sowohl Zugangsmöglichkeiten für eine breite Bevölkerungsschicht anbieten können und gleichzeitig die Qualität der gelieferten Inputs möglichst hoch zu halten.

FotoCredit: Foto entnommen aus Flickr von Leolumix

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Ein Kommentar

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