2.0-Visionen der Vergangenheit

Am 17.10.2009 fand der Digiday im Wiener MQ statt. Eine äußerst erfreuliche Veranstaltung, mit spannenden Vorträgen und Diskussionen mit Gleichgesinnten. Allzu sehr möchte ich an dieser Stelle nicht auf die dargebotenen Inhalte der Konferenz eingehen, denn sie können nachgesehen und -gelesen werden. Außerdem haben sich bereits ein paar kluge Menschen mit den Themen auseinander gesetzt. Zum Beispiel im 2-Blog. Mir geht es eher um die Basisarbeit die dem Ganzen zugrunde liegt.

Web2.0-Visionen der Vergangenheit
Während mit Ibrahim Evsan ein Visonär auf der Bühne stand und begeistert von seiner digitalen Welt erzählte, fragte sich ein durchaus großer Teil der Zuhörer, was denn eigentlich gemeint sei und wie diese Visionen, die für Evsan zum Großteil zur Gegenwart gehören, in die echte Welt (also Kontakte, Aufmerksamkeit und in letzter Konsequenz Geld) umgesetzt werden können. So einfach die Antwort auch immer ausfällt, so aufwändig und langwierig ist die Lösung des Problems. Damit die Kommunikation im Netz optimal funktioniert, damit Twitter, Facebook, Youtube und Co. wirklich ihre Nutzer finden, damit Augmented Reality nicht nur eine Spielerei für Geeks bleibt, damit kommerzielle und politische Kampagnen funktionieren können ist es unbedingt notwendig für die zu sorgen, die all diese Entwicklungen mittragen sollen. Im Klartext heißt das: Wir können die besten, schönsten und sinnvollsten Online(Web2.0)Projekte entwickeln und unter die Leute bringen. Wenn unsere Zielgruppe damit nichts oder nur wenig anfangen kann, können wir den Einsatz genauso anderswo verpulvern. Technologien, die wir in Zukunft nutzen werden, sind im Grunde nichts anderes als veraltete Visionen aus einer (immer weniger fernen) Vergangenheit. Erst wenn wir dafür sorgen, dass die die wir erreichen wollen mit diesen Visionen mitwachsen, werden wir breitenwirksame Online-Aktivitäten sicherstellen können.

Nicht nur die Technologie ist entscheidend
Es heißt immer, dass es nur noch von der technischen Entwicklung (bzw. deren einfache und massentaugliche Verwendung) abhängt bis bestimmte Tools angenommen werden, bis die Menschen das Web2.0 für sich entdecken. Über diesen Punkt müssen wir gar nicht diskutieren. Mit dieser Aussage ist man jedoch nur begrenzt im Recht. Denn, was man bei den hochtrabenden technischen Entwicklungen und deren „Anpassung“ an die Masse immer wieder vergisst ist, dass es auch jemanden geben muss, der von seinem Wissensstand und Verständnis her in der Lage ist die gebotenen Tools zu nutzen. So niedrig kann die Eintrittsbarriere manchmal gar nicht sein, dass sie genug Leute überspringen können. Dabei meine ich aber nicht nur die technische Fähigkeit ein Tool zu bedienen sondern das Verständnis, dass es sinnvoll ist, tätig zu werden. Ganz unabhängig von der technischen Entwicklung muss auch das Verständnis über den Sinn oder Unsinn der Web2.0-Medien und deren Verwendung wachsen. Im Grunde genommen ist es die alte Forderung nach der Steigerung der Medienkompetenz.

Strategiearbeit ohne geeignete Zielgruppe?
Vor allem im politischen Bereich spielt Online-Selbstdarstellung eine zunehmend wichtige Rolle. Wie stelle ich mich dar? Wie kommuniziere ich? Was oder wen will ich im Internet überhaupt erreichen? Wie optimiere ich durch diesen Einsatz den Output meiner politischen Arbeit? Wie setze ich all das in Wählerstimmen um? Dies sind die Herausforderungen denen sich wohl alle politischen Parteien weltweit derzeit stellen müssen.Und diese Überlegungen werden sicherlich ihre Zeit in Anspruch nehmen. Neben vielen Teilerfolgen werden einige Fehler dabei sein. Aber, das ist ok, denn auch die Politik muss sich erst einmal an das neue Online-Leben gewöhnen. Parallel dazu müssen wir aber, und das ist mindestens genauso wichtig, dafür sorgen, dass es Menschen gibt, die nicht nur in der Lage sind unsere Messages zu verstehen und sinnvoll entgegenzunehmen, sondern auch zu verarbeiten und in der realen Online- und Offline-Welt weiterzutragen.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter ÖVP, BZÖ, Digiday, Digitalks, FPÖ, GRÜNE, KPÖ, Politik2.0, SPÖ

4 Antworten zu “2.0-Visionen der Vergangenheit

  1. Pingback: #unsereuni: Moderne Revolution verändert die Welt « polit.x

  2. @Meral: vielen Dank für den Input. Hab ich bereits ausgebessert.

  3. Danke für die Erwähnung, wenn da das richtige Datum stünde, würde ich mich umso mehr freuen;) 17. 10. war der erste Digiday09.

  4. Pingback: outsourcing 2.0-Visionen der Vergangenheit | Outsourcing News

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