Archiv der Kategorie: Politik2.0

Politische Social-Media-Leuchte – die Ergebnisse

Vor etwas mehr als drei Wochen rief ich hier im Blog die Suche nach der politischen Social-Media-Leuchte aus. Es ging also um diejenigen Personen, die im politischen Bereich tätig sind und ihre Online-Kommunikation im mindesten Fall halbwegs anständig hinkriegen. Auf unterschiedlichsten Wegen kamen daraufhin die folgenden Nennungen zurück:

Social-Media-Leuchten (Vorschläge Österreich)*

Hans Arsenovicwww.twitter.com/HansArsenovic11
Christoph Chorherrwww.chorherr.twoday.net & www.twitter.com/chorherr41
Werner Koglerwww.twitter.com/WKogler & www.facebook.com/wernerkogler
Elisabeth Köstingerwww.elisabeth-koestinger.at & www.twitter.com/ElliKoestinger26
Heimo Lepuschitzwww.twitter.com/heimolepuschitz
Siegi Lindenmayr
www.twitter.com/siegilindenmayr11 & www.facebook.com/siegi.lindenmayr
Christoph Matznetterwww.twitter.com/matznetter11
Sigi Maurerwww.twitter.com/sigi_maurer11
Karl Öllingerwww.facebook.com/karloellinger
Stefan Petznerwww.twitter.com/stefan_petzner18
Peter Pilzwww.peterpilz.at & www.twitter.com/PeterPilzBlog51

Michel Reimonwww.reimon.net & www.twitter.com/michelreimon40
Heinz Christian Strachewww.hcstrache.at & www.facebook.com/HCStrache
Hannes Swobodawww.hannes-swoboda.at & www.twitter.com/Hannes_Swoboda11
Harald Walserwww.haraldwalser.at & www.facebook.com/haraldwalser
Klaus Werner-Lobowww.klauswerner.com & www.twitter.com/olobo29

Social-Media-Leuchten (Vorschläge international)*

Jerzy Buzekwww.twitter.com/JerzyBuzek31
Daniel Mackwww.danielmack.de & www.twitter.com/danielmack49
Ylva Johanssonwww.socialdemokraterna.se/ylvajohansson
Schwedische Sozialdemokratenwww.socialdemokraterna.se
Steffen Seibertwww.twitter.com/RegSprecher65
Lena Sommestadwww.lenasommestad.wordpress.com

Überraschungskandidat: HC Strache

Dass Michel Reimon und Christoph Chorherr zu denjenigen gehören, die am öftesten genannt werden, war zu erwarten. Für mich eher überraschend wurde aber auch HC Strache mehrfach als Beispiel für gute Social-Media-Arbeit hervorgehoben.
In diesem Zusammenhang respektiere ich zwar seine Nennungen, kann sie aber inhaltlich nicht nachvollziehen. Denn, oberflächlich betrachtet ist Straches facebook Fanseite mit mehr als 100.000 Fans und einer hohen Fan-Aktivität im österreichischen Vergleich erfolgreich. Wer einen näheren Blick riskiert, wird aber schnell feststellen, dass dieser Kanal nur in eine Richtung – zur Verbreitung von Informationen – genutzt wird und Austausch definitiv nicht auf der Tagesordnung steht. Von „social“ also weit und breit keine Spur.

Die restlichen Nennungen sind im Großen und Ganzen durchaus nachvollziehbar. Sie zeigen aber auch gleichzeitig die unterschiedlichen Zugangsweisen in der Bewertung der Polit-Kommunikation.

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Gesucht: politische Social-Media-Leuchte

Verlinkung zum Artikel auf diepresse.com "Facebook Faymann ist (noch lange) kein Strache

Endlich war er dann da – der 26.10.2011 – der Tag an dem der Bundeskanzler Werner Faymann seinen eigenen Social Media Auftritt bekam. Mein Fazit in aller Kürze: lang erwartet, viel kritisiert, mit wenig Überraschungen und einigen groben Problemen. Schade eigentlich.

Brauchen wir Politik 2.0 überhaupt?

„Die politische Onlinekommunikation befindet sich – mit Ausnahmen– in einer Schockstarre, aus der sie sich krampfhaft zu befreien versucht.“

Ich frage mich, was sich Menschen (die nicht mit dem Thema Kommunikation beruflich zu tun haben) denken, wenn sie online in Berührung mit ihren politischen Vertretern kommen. Haben sie besondere Ansprüche an ihre Politiker oder genügt ihnen der Status Quo? Wollen sie wirklich, dass Werner Faymann persönlich zu ihnen spricht, oder reicht ihnen das @teamkanzler?

Wer sind die guten Beispiele?

Ich muß zugeben, dass ich mich zum Teil köstlich amüsiere, wenn Werner Failman twittert oder die Social-Media-Elite mit markigen Sprüchen die Lage der Online-Nation analysiert. Was mir allerding abgeht, sind positive Beispiele, die der Bevölkerung etwas bringen, anstatt nur Kosten zu verursachen.

Hier ist deshalb meine Frage an euch: Wer sind die Guten? Welcher Politiker haben es verstanden im Netz zu kommunizieren? Wer bedient sein Zielpublikum eurer Meinung nach gut (und warum)? Wer hat Potential? Wer ist die politische Social-Media-Leuchte schlechthin?

Alle Einreichungen werden gesammelt und demnächst hier im Blog gesondert vorgestellt.

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Die Werbevideos zur ÖH-Wahl 2011 sind enttäuschend

Wahlkämpfe gibt es nicht nur in der “großen” Polit-Welt, sondern auch in kleinen Systemen… Unter anderem also auch auf der Uni. ;-)
Unterhalb findet ihr eine Auswahl der Werbevideos aus dem aktuellen ÖH-Wahlkampf (von dem ich bis jetzt noch nicht sooo viel mitbekommen habe). Abseits der inhaltlichen Ausrichtung, die sich die einzelnen Studentenvertreter an die Brust heften, ist vor allem deren Darstellung spannend. Manchmal scheint es so, als ob die Studenten nicht hin ZUR, sondern WEG von der Wahl gebracht werden sollen.
Ich bin mir nicht sicher, ob die AG’s oder VSSTÖ’s (andere Namen und Bezeichnungen bitte selbständig einsetzen) dieser Welt wirklich wissen was sie tun. Wenn sie jemanden dazu bewegen wollen zur Wahl zu gehen wird mehr notwendig sein als ein Werbevideo, das in einem mittelmäßigen und überlaufenen Proseminar hätte entstehen können.
Bei fast allen Videos, die ich bisher gesehen habe vermisse ich die Kreativität und den Willen etwas außergewöhnliches zu schaffen.

Aber, entscheidet selbst…

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Dürfen Pressesprecher twittern?

Dürfen Regierungssprecher oder Pressesprecher von Politikern twittern? Kann man sich auf diese Informationen verlassen obwohl sie nur 140 Zeichen pro Nachricht betragen? Ist twittern fair gegenüber Journalisten, die den Microblogging-Dienst nicht nutzen? Diesen und ähnlichen Fragen gingen Journalisten gestern bei einer Pressekonferenz mit dem dt. stv. Regierungssprecher Christoph Steegmanns.
Der Aufreger, der zur “Befragung” führte war die Nutzung von Twitter durch den Regierungssprecher Steffen Seibert als offiziellen Kommunikationskanal (@RegSprecher) und die (im Vergleich zur Presseaussendung) frühzeitige Bekanntgabe des USA-Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Twitter.

In diesem “Frage-Antwort-Eiertanz” lassen sich einige Argumente finden, warum der Twitter-Nutzung im politischen Bereich nichts im Wege steht. Außerdem wird die Angst eines Berufsstandes sichtbar, der sich scheinbar nicht entwickeln möchte. Viel Spaß beim Zusehen!

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Polit-Videos: Grasser, Stenzel und der kleine Diktator erinnern sich

Aufgrund der Arbeit an einigen anderen Projekten – unter anderem auch ultimatemoms.at – war es in letzter Zeit etwas still um polit.x. Deshalb folgt jetzt einige bemerkenswerte Polit-Videos, die mir im letzten halben Jahr aufgefallen sind.
Entscheidet selbst, ob sie es wert sind…

Ursula Stenzel – Ursula Stressned

Der Vergleich: Barbra Streisand vs. Ursula Stenzel

Karl Heinz Grasser – Zu schön. Zu jung. Zu intelligent.

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Politik 2.0 – Denn sie bemühen sich (Rezension)

Rechtzeitig zur Wienwahl erschien “Politik 2.0”, ein Buch von Andrea Heigl und Philipp Hacker über “Demokratie im Netz”. Meine Erwartungen waren relativ hoch. Zu einem wurden diese durch den schlichten und gleichzeitig hochtrabenden Titel geweckt. Zum anderen wusste ich, dass darin auch eine Analyse der politischen Online-Kommunikation in Österreich zu finden sein sollte.

Mein Fazit in aller Kürze: Das Buch liest sich angenehm, weil es gut geschrieben ist und lässt sich aufgrund der eher überschaubaren Länge von 162 Seiten (inklusive 20-seitigem Glossar) recht schnell zu Ende lesen. Es orientiert sich eher an Politik 2.0-Einsteigern und bietet diesen einen relativ guten, obwohl teilweise sehr groben, Überblick über die politischen Tätigkeiten, die in Amerika, Deutschland und Österreich bisher im Netz gesetzt wurden.
Aussagen, die im Buch getroffen werden, sind sehr allgemein und unkritisch gehalten und gehen nur sehr wenig in die Tiefe. Thematisch versierten Lesern fallen deshalb so manche Ungenauigkeiten und (inhaltliche) Fehler auf. So wird zB behauptet, dass das SPÖ-Netzwerk “redbook” (ehemals “campa”) in Anlehnung an den Obama-Wahlkampf entwickelt wurde, obwohl campa.at bereits 2006 seinen Usern zur Verfügung stand.
Bis auf das Cover finde ich die Buchgestaltung weniger ansprechend. So stößt man immer wieder auf s/w-Bilder (!), die sich fast ausnahmslos aus lieblos entnommenen Screenshots zusammenstellen, und die Online-Auftritte der Parteien illustrieren sollen.

Buch: "Politik2.0 - Demokratie im Netz"

Wo bleibt die Demokratie?

Dass sich das erste Drittel des Buches mit dem Obama-Wahlkampf beschäftigt fand ich eher überraschend. So sehr dieser Wahlkampf beispielgebend für alle nachfolgenden Kampagnen ist, hätte ich nicht erwartet, in einem solchen Umfang davon zu lesen. Egal, zumindest war es eine nette Wiederholung.

In einem relativ kurzen Kapitel geht es um Deutschland auf Obamas Spuren. Ein, aufgrund der geschichtlichen und “politischen” Nähe, durchaus sinnvoller Abstecher, welcher aber auf das Thema Demokratie nicht eingeht. Die Autoren widmen sich größtenteils der Beschreibung von Online-Wahlkämpfen in Deutschland und zitieren dann (wahrscheinlich) folgerichtig Manfred Güllner vom Forsa-Institut im Bezug auf deren Kommunikation: “Die Parteien haben ihre verstaubten Kommunikationskonzepte auf dem Papier einfach digitalisiert.”

Die Analyse von Online-Auftritten beschäftigt die Autoren im Österreich-Kapitel weiter. Endlich, dachte ich mir, kommen wir zum wirklich spannenden Teil des Buches. Aus der großen Erwartung wurde ein etwas enttäuschendes “Naja”. Die eher grobe Beschreibung bzw. Analyse der Parteiaktivitäten im Netz wurde auch im dritten Kapitel nahtlos fortgesetzt, ohne dabei deren Beweggründe und die daraus folgenden Aktionen ernsthaft zu hinterfragen. So bleiben wir auch hier eher an der Oberfläche der politischen Kommunikation – von der Demokratie (Entwicklung) gar nicht zu sprechen. Denn – das ist die letzte Überraschung, die das Buch für mich bereit hält – es beschäftigt sich eigentlich relativ wenig mit Demokratie selbst. Eigentlich geht es vordergründig um die Parteien und das, was sie tun, um für sich zu werben und weniger um die wirkliche Auseinandersetzung mit den Wählern. Es geht zu wenig in die Tiefe und verpasst damit die Chance, den Politik 2.0-Einsteigern, an die es sich scheinbar wendet, zu erklären, worum es in der Demokratie im Netz wirklich geht.

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